Digitaler Bürgerhaushalt - Der Thüringer Landeshaushalt interaktiv erklärt und gestaltbar

19. Januar 2017
Haushalt in Thüringen

Gemeinsam mit dem DisKurs e.V. wurde eine Anwendung ins Leben gerufen, mit der jeder Bürger interaktiv über den Thüringer Landeshaushalt informiert wird und selbst virtuell seinen eigenen Haushaltsentwurf gestalten kann. Das Projekt wurde durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft unterstütz.

Mehr Transparenz, mehr Bürgerbeteiligung

Die Haushaltsplanung der Länder ist für die meisten Bürger schwer verständlich und intransparent. Sie wollen wissen und mitbestimmen, wofür das Land Geld ausgibt. Die Haushaltspläne stehen zwar öffentlich zur Verfügung, jedoch ist es schwer aus diesen umfangreichen Dokumenten herauszulesen wie das Haushaltsbudget auf die verschiedenen Bereiche verteilt wird und vor allem welche Restriktionen es dabei gibt und weshalb diese existieren.

Auf der anderen Seite wird eine Vielzahl von Wünschen an das Ministerium herangetragen und die Auswahl der Projekte, die durch das Land gefördert werden sollen, stellt eine große Herausforderung dar. Das Ministerium hat bei dieser Entscheidungsfindung keine Mittel an der Hand, mit denen erkennbar ist, welche Projekte auf die Zustimmung der allgemeinen Bevölkerung stoßen und welche nicht. Eine weitere Herausforderung ist die Steigerung des Interesses an Politik bei der Bevölkerung und im Speziellen bei Jugendlichen und jungen Menschen.

Eine Webanwendung erklärt den Landeshaushalt

Wir haben uns diesen Herausforderungen angenommen und haben eine Webanwendung entwickelt, die die Bürger über den Haushalt informiert und ihm die Möglichkeit bietet virtuell eigene Haushaltsentwürfe zu erstellen. Die Anwendung ist für jeden öffentlich zugänglich und kann jederzeit und überall auf verschiedenen Endgeräten (Smartphones, Tablet PCs, Desktop PCs) genutzt werden. Für die Nutzung werden lediglich ein Internetzugang und ein Webbrowser benötigt. Bei der Umsetzung der Anwendung wurde vor allem auf eine interaktive und spielerische Bedienbarkeit Wert gelegt, die auf die mobile Verwendung optimiert ist. Die Anwendung stellt die verschiedenen Bereiche des Haushalts verständlich und transparent vor. Zu jedem Bereich ist eine Beschreibung, das zugewiesene Budget und der Anteil am Gesamthaushaltsbudget einsehbar. Der Nutzer kann in jeden einzelnen Bereich eintauchen und wird über die Unterbereiche und deren Budgets informiert. Die Verteilung des Haushaltsbudgets wird auf diese Weise für den Nutzer interaktiv erfahrbar gemacht. Des Weiteren zeigt die Anwendung Vorgaben und Beschränkungen der Haushaltsplanung auf. Restriktionen, die bei der Verteilung des Haushaltsbudgets bestehen, werden erklärt, sodass der Nutzer versteht warum sie existieren ihre Auswirkungen nachvollziehen kann.

Eine weitere Funktionalität der Anwendung ist die Erstellung eigener Haushaltsentwürfe durch den Nutzer. Er kann das Haushaltsbudget selbst umverteilen und somit seine persönlichen Präferenzen aufzeigen. Dabei erfährt er spielerisch welche Herausforderungen und Restriktionen es bei der Budgetverteilung gibt, vor denen auch das Ministerium bei der Erstellung des Haushaltsplans steht. Den eigenen Haushaltsentwurf kann der Nutzer über Facebook, Twitter oder per Email mit anderen teilen und somit in den sozialen Netzwerken Diskussionen anstoßen und Feedback erhalten.

 

Technische Umsetzung

Technisch basiert die Anwendung vollständig auf Diensten von Microsoft Azure, einer Cloudplattform, die eine Vielzahl an Diensten bereitstellt, die flexibel kombiniert werden können. Dadurch ist keine eigene Hardware notwendig und es entstehen keine Aufwände für die Einrichtung und Wartung der Infrastruktur. Ein weiterer Vorteil ist die automatische, bedarfsabhängige Skalierung der Ressourcen.

Durch die Umsetzung als appHero App ist die Anwendung nahtlos in jede beliebige Webseite integrierbar. Sie ist einfach auf andere Bundesländer, Städte, Gemeinden und den Bund übertragbar. Lediglich die zugrundeliegenden Daten müssen ausgetauscht werden.

Die Anwendung läuft nun in einer Pilotphase bis Ende Januar 2017. Danach werden die Daten statistisch ausgewertet und Feedback ausgewertet, um die Ergebnisse dann in eine produktive Version einfließen lassen zu können. 

Neuen Kommentar schreiben