Beacon statt Bacon

30. Januar 2017
Welcher Mitarbeiter befindet sich gerade wo im Gebäude? Diese Frage stellt man sich nicht nur einmal am Tag. Bevor man jetzt mühsam ins Dachgeschoss geht um anschließend festzustellen, dass der Kollege gerade einem anderen Kollegen im Erdgeschoss hilft, kann man sich Beacons zu Nutze machen.
 
Wir haben uns ein paar BEACONINSIDE Beacons bestellt und in unserem zweitägigen Bootcamp letzte Woche ausgetestet was die Geräte taugen und welche UseCases sich damit abbilden lassen.
 
Die Inbetriebnahme gestaltet sich problemlos und binnen kürzester Zeit ist der Beacon einsatzbereit. Gehäuse öffnen, Batterien einlegen und die passende App auf einem kompatiblen Smartphone öffnen. Jetzt sollte der Beacon bereits erkannt werden und uns die vorkonfigurierten Informationen senden.
 
 
Nachdem wir drei Beacons „aktiviert“ hatten, war es Zeit für den ersten UseCase. 

„Ortung eines Gerätes im Raum durch Trilateration“

Dazu haben wir drei Beacons in den Zimmerecken unseres Büros verteilt und eine kleine Smartphone App geschrieben die kontinuierlich die Informationen der empfangenen Beacons an unseren Webserver schickt. Die wichtigsten Werte sind dabei die Device ID, die Beacon ID, die RSSI, und die Sendeleistung (TX). 
 
Aus der Sendeleistung und der RSSI lässt sich die Entfernung zum jeweiligen Beacon ermitteln. Ziel war es mit dieser Entfernung mittels Trilateration die Position im Raum zu bestimmen. In der Theorie war alles klar, die Formeln aufgestellt und die entsprechende Software programmiert. Leider wurden wir dann von der Realität eingeholt. Die Signalstärke schwankt derart extrem, dass sich keine sinnvolle Berechnung anstellen lässt. Es genügt bereits eine Grünpflanze im Blickfeld zu einem Beacon um absolut unrealistische Entfernungen zu erhalten. Daher musste eine Alternative her.

„Ortung eines Gerätes im Raum durch Annäherung“

Wir haben daraufhin an jeder Sitzgruppe einen Beacon befestigt und die Sendeleistung der Beacons soweit reduziert, dass sich kaum noch Überschneidungen ergeben. Dadurch ließ sich ziemlich genau feststellen welchem Beacon man am nächsten ist. Für den Usecase der „Inhouse Navigation“ ist die Genauigkeit ausreichend und das eingangs beschriebene „Problem“ gelöst. Der Webserver bereitet die Informationen dann noch optisch auf und ermöglicht eine leichte Ablesbarkeit der Mitarbeiterstandortinformationen.
 
In folgendem Beispiel kann man gut erkennen, dass Alice entweder bei Bob und Mallroy am Platz steht oder aber einer von beiden ihr Smartphone entwendet hat.
 
 
Anstelle die nächsten Beacons über die Entfernung zu ermitteln kann man auch den Standort mittels der Major und Minor ID ermitteln, die jeder Beacon mitsendet. Wenn man jedoch dabei nicht die Entfernung mit einbezieht ist es je nach Abstand der Beacons wahrscheinlich, dass man die IDs von mehreren Beacons erhält.
Ein denkbares Einsatzszenario abseits der Navigation ist zum Beispiel das ortsspezifische Ausspielen von bestimmten Informationen. Das kann vom aktuellen Speiseplan des Standortes bis hin zu Warnhinweisen oder Hilfestellungen bei der Bedienung bestimmter Produktionsanlagen reichen. Dabei geht es also explizit nicht um die Überwachung der Mitarbeiter, sondern um die Bereitstellung bestimmter Dienste in Abhängigkeit des Aufenthaltsortes. Die Privatsphäre der Mitarbeiter soll selbstverständlich stets geschützt sein.
 
Ob die Informationen dabei per Push Nachricht aufs Smartphone gelangen oder über eine spezielle App verfügbar gemacht werden hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab.
 
 
 

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