OMG! TMI!! – Mein Besuch auf der International JavaScript Conference 2017

21. Dezember 2017
International JavaScript Conference 2017
Ende Oktober war ich auf der International JavaScript Conference in München. Nach äußerst produktiven Wochen in unserem Unternehmen habe ich nun zum Jahresende endlich die Zeit gehabt, meine Eindrücke von der iJS zu sammeln und zu rekapitulieren. Daran möchte ich Sie mit meinem Blogbeitrag gern teilhaben lassen.
 
Die International JavaScript Conference ist eine Entwicklerkonferenz, die parallel zur International PHP conference (IPC) abgehalten wird. In bis zu sechs parallelen Sessions referierten anno 2017 internationale Speaker über Themen wie Angular, React, NodeJS, PHP und vieles mehr. Dabei wurde natürlich auch kräftig diskutiert und live gehackt – tonnenweise Eindrücke, die einen einzelnen Blog-Beitrag sprengen würden. Ich konzentriere mich hier deshalb auf Themen und Auffassungen, die mir während meines Besuchs auf der iJS immer wieder begegnet sind.
 
[Quelle: eigenes Foto]
 

Das nächste große Ding: TypeScript

In vielen Sessions und sogar in der Eröffnungsrede wurde immer wieder auf TypeScript eingegangen. Diese Programmiersprache scheint mittlerweile tatsächlich im Mainstream angekommen zu sein. Die meisten Entwickler scheinen sich einig: „Mit TypeScript haben wir eine Erweiterung zu JavaScript, die es erst so richtig unternehmenstauglich macht.“
 
Gerade im Zusammenhang mit Angular macht die Arbeit mit TypeScript wirklich Spaß und sorgt für erheblich bessere Code- und Produktqualität.

Allzweckwaffe vs. individuelle Freiheit – Angular gegen React 

Eines gleich vorweg: Die Gretchenfrage, welches der beiden Frameworks denn nun das bessere sei, wurde auch auf dieser Konferenz nicht beantwortet. War auch nicht anders zu erwarten.
 
Was sich aber deutlich gezeigt hat: Angular wird eher als „full-blown application framework“, als Allzweckwaffe angesehen. Denn es löst mehr als nur ein Problem. Angular liefert eine ganze Plattform, mit der sich eine große Reihe von Aufgaben bewältigen lässt. Durch diesen Plattform-Charakter wird man jedoch auch etwas eingeschränkt. Wenn man Dinge anders und auf eigene Faust lösen möchte oder einem bestimmte Konzepte von Angular nicht gefallen, sollte man es lieber nicht verwenden.
 
React ist bei weitem nicht so restriktiv. Es lässt viel mehr Freiheiten, fordert vom Entwickler im Umkehrschluss aber auch mehr eigene Denkarbeit. Daher würde ich React eher für kleinere Komponenten oder als zusätzliche Library in einem größeren Projekt nutzen.
Wenn man auf Angular setzt (was für größere Projekte sehr viel Sinn macht), sollte man versuchen auch 100-prozentig den „Angular-Weg“ zu gehen. Mit anderen Libraries oder Konzepten sollte es besser nicht vermischt werden.

Konzept oder Bibliothek: Was ist nützlicher?

Auch wenn gefühlt jede Woche eine neue JavaScript-Bibliothek ins Leben gerufen wird: Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen! Denn: Viele neue Bibliotheken sind sich konzeptionell sehr ähnlich. Es lohnt daher einfach nicht, jeder neuen Implementierung desselben Konzepts hinterherlaufen. Allerdings ist es extrem wichtig, die Konzepte hinter den aktuellen Entwicklungen zu verstehen!
 
Ein guter Hinweis auf der Eröffnungs- Keynote dazu lautete in etwa so: 
 
Schaut euch besonders die kleinen neuen Bibliotheken an, die genau EIN neues Konzept umsetzen. Ist das Konzept gut, wird es sich früher oder später auch in einer anderen, großen Library wiederfinden. Wenn es dann soweit ist, seid ihr vorbereitet.

JavaScript: endlich erwachsen

Dank seiner immer breiteren Anwendung im Backend und auf mobilen Geräten ist JavaScript selbst viel „reifer“ geworden. Mit dem neuen Sprach-Standard ES6 hat sich viel getan.
 
Erfahrene Java- oder C#-Experten, die JavaScript bisher stets belächelt haben, sollten sich das Ganze jetzt ruhig nochmal anschauen. Wem JavaScript dabei immer noch zu ungewohnt ist, der hat mit TypeScript übrigens eine schöne „Transfersprache“.

Sonst noch was?

Das waren noch längst nicht alle Trends, Tendenzen und Entwicklungen, die ich auf der iJS aufgeschnappt habe: Es war einfach viel zu viel Neues Ich könnte noch Wochen damit zubringen, die Anmerkungen und Fragezeichen aus meinen Notizen abzuarbeiten und aufzubereiten. Und wenn ich dann damit fertig wäre, stünden garantiert schon wieder zehn neue Bibliotheken und mindestens drei neue Konzepte auf der Matte. Natürlich alle auch mindestens einen Blick wert. „Same procedure as every year“ möchte man da glatt sagen. Ich hoffe, ich konnte Ihnen trotzdem einen kleinen Einblick in die Tiefen der iJS 2017 vermitteln. 
 
Finden Sie das Thema JavaScript genauso spannend wie ich, haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche? Dann lassen Sie mir gern einen Kommentar da. Im Namen unseres gesamten Teams wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch in das neue Jahr.

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