Die Business Perspektive des Semantic Web

06. Januar 2011
Die Business Perspektive des Semantic Web

Neben alle technologischen Aspekten des Web3.0 oder Semantic Web geht es uns vor allem darum, das Thema Semantik aus einer Business Perspektive greifbarer zu machen. Ein paar der Artikel dieses Blogs greifen diese Semantic Web Business Perspektive ja schon auf und zeigen, wie man im Umfeld der ,Medien im Intranet bzw. Enterprise 2.0oder auch im eCommercenutzen aus semantischen Technologien ziehen kann. An dieser Stelle möchte ich noch eine etwas grundsätzlichere Betrachtung der Business Perspektiven vorstellen bzw. auf die Frage eingehen, an welchen Stellen ein Nutzen durch semantische Technologien gezogen werden kann.

Grundsätzlich basiert der Nutzen semantischer Technologien auf der Tatsache, dass mit zunehmender Menge an Inhalten im Intranet oder Internet die effektive und effiziente Informationsbeschaffung der zentrale Kern ist. Wir erleben schon heute eine rapide Zunahme der Informationsmenge. Diese ist nicht zuletzt in der aktiven Nutzer-Beteiligung sowohl innerhalb des Unternehmens (Social Intranet, Enterprise 2.0) als auch im Intranet (Social Web, Web 2.0) begründet. Die neue Welle an Web-Technologien wird nach den Personen nun einzelne Gebrauchsgegenstände ins Netz bringen (“Internet of Things”). Leicht vorstellbar ist, welche Informationsmenge damit verbunden sein wird.

In einem solchen Umfeld wird der Nutzen der Informationen maßgeblich mit der Verfügbarkeit strukturierter Daten zu den Informationen verbunden sein. Scott Brinker hat in seinem Blogbeitrag “7 Business Models for Linked Data” sieben grundsätzliche Geschäftsmodellansätze abgeleitet:

1. Abo-Modelle: Vor allem für Daten geeignet, die einen hohen Informationswert besitzen, so dass Kunden dafür bereit sind zu zahlen. Mit den Subscriptions muss natürlich ein unmitelbarer Nutzen für den Kunden verbunden sein. ideal sind solche Modelle sicherlich für Fachverlage oder Verlage, die Special Interest Content anbieten. Hierbei stellt sich die Frage was die jeweilige Zielgruppe wirklich braucht und ob es gelingt ihr die Informationen so anzubieten, dass sie einfach genutzt werden können. Strukturierte Metadaten bilden die Grundlage, um die Inhalte automatisiert für individuelle Interessen aufzubereiten.

2. Werbebasierte Modelle: Hier liegt die Chance vor allem in einer zielgerichteteren Vermarktung von Inhalten aufgrund der genauen Kenntnis über den Kontext eines Informationsangebotes auf einer sehr fein strukturierten Ebene. In Kombination mit persönlichen Informationen der Nutzer liegen hier große Potentiale.

3. Kompetenzbasierte Modelle: Die Publikation von Inhalten ist einfach. In der themen- oder zielgruppenbezogenen Bewertung und Beurteilung der Inhalte liegen wiederum große Potentiale. Auch hier lassen sich verschiedene Szenarien finden. Der schon seit geraumer Zeit propagierte Link-Journalismus, bei dem Journalisten Beiträge im Internet ihrer Zielgruppe näher bringen ist eine davon. Auch im unternehmensinternen Umfeld ist die Bewertung von Informationen ein entscheidendes Kriterium für die effektive und effiziente Informationsbeschaffung.

4. Affiliate Modelle: Der Erfolg von Affiliate Modellen muss an der Stelle nicht erläutert werden. Der nächste Schritt ist die Verknüpfung von Affiliate Links mit Daten, um diese noch fokussierter auszuspielen.

5. Mehrwert Modelle: Nützliche Daten können mit weiteren Services oder Produktangeboten kombiniert werden, um den individuellen Nutzen für den Kunden zu steigern. Beispiele dafür sind Restaurantführer mit strukturierten Daten in Kombination mit der Möglichkeit unmittelbar Tischreservierungen vorzunehmen.

6. Traffic basierte Modelle: Mehr Nutzer auf die eigenen Angebote zu bekommen ist Sinn und Zweck aller SEO Aktivitäten. Mit semantischen Metadaten kann eine neue Stufe der Suchmaschinenoptimierung erreicht werden. Erste Modelle dafür sind beispielsweise Googles Rich Snippets. Sinn der Maßnahmen ist es, sich durch strukturierte Informationen schon bei der Suche vom Wettbewerb zu differenzieren.

7. Branding Modelle: Strukturierte Daten helfen auch den Wert einer Marke im Netz zu stärken. Wir erleben in zahlreichen Projekten heute schon einen Trend, dass z.B. Internet Suchlösungen nicht mehr nur einen Volltextindex als Grundlage bekommen sondern strukturierte Daten genutzt werden, um gezielt Produkte oder Service-Angebote auf der eigenen Website und innerhalb der Suche zu vermarkten.

Die Modelle sind sicherlich nicht trennscharf. In aller Regel wird man sich einer Kombination verschiedenster Ansätze bedienen. Die vorgestellten Ansätze geben aber aus meiner Sicht einen sehr guten Eindruck über die Möglichkeiten, aus strukturierten Daten und semantischen Technologien unmittelbaren Nutzen zu ziehen.

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